Der Karl-Foerster Garten

In der Erstgestaltung entstand der Karl-Foerster Garten 1963 als Schau- und Sichtungsgarten zu Ehren Karl Foersters nach den Vorgaben von Walter Funke und Hermann Göritz, zwei seiner jahrelangen Mitstreiter.

Karl Foerster war einer der bedeutendsten Staudenzüchter des 20.Jahrhunderts, ein exzellenter Pflanzenverwender, Gartenphilosoph, Lyriker, Sachbuchautor und ein Pionier der Moderne in der Gartenkunst.

„Wenn ich noch einmal auf die Welt komme, werde ich wieder Gärtner, und das nächste Mal auch noch. Denn für ein einziges Leben ward dieser Beruf zu groß.“ Karl Foerster

Bei der Sanierung des Karl-Foerster Gartens geht es vordergründig um die Erhaltung, Erneuerung, Erweiterung und Wiederherstellung der Grundstrukturen des Gartens. Er wird somit zukünftig wieder mehr in den Fokus der Besucher gerückt. Mit der denkmalgerechten Sanierung ab Herbst 2019 wird das Gelände wieder zu einer attraktiven und erlebbaren Parkanlage. Themen der Staudenzüchtungen Karl Foersters sollen im oberen Drittel des zentralen Schaubereiches informativ und lehrreich präsentiert werden. Das betrifft insbesondere die heute noch aktuellen züchterischen Erfolge Foersters zu Sorten der Artengruppen Rittersporn, Aster, Phlox, Sonnenbraut sowie zu Gräsern.

Kunst, Poesie, Lebensphilosophie und Pflanzenverwendung passen auf wunderbare Weise mit Gartengestaltung zusammen - Karl Foerster erfand fantasiereiche und treffende Namen für seine Staudenzüchtungen und Pflanzenkombinationen: blauer Schatz, Dreiklänge der Farben, Harfe und Pauke, Sonnigmachung und Erwärmung, Farbtöne – die Noten des Gartens, Düfte – das Pedal der Blumenmusik, Gräser – das Haar der Mutter Erde, das Jahr und seine sieben Jahreszeiten. All das kann man im Garten entdecken.

Apropos entdecken: es wird einen zentralen Ausstellungs- und Informationspunkt auf einer Terrasse mit Domblick geben. Hier kann man zukünftig noch mehr über die Person Karl Foerster erfahren.

Im Herbst 2019 wird mit den Sanierungsmaßnahmen begonnen, eröffnet wird dann im Frühjahr 2021, pünktlich zur BUGA 2021.
 

Ein kurzer Rückblick

Bis zur Vorbereitung der Gartenschauen der 1950er Jahre wurde das Areal des heutigen Karl-Foerster Gartens von landwirtschaftlichen Nutzflächen eingenommen. Die heute noch vorhandene Gliederung geht auf die Gesamtplanung der Gartenschau „Erfurt blüht“ von 1950 zurück, die unter der Leitung von Walter Funcke erfolgte. Anlässlich der „iga ’61“ wurde das Areal zu den „Gärten der Jugend“ umgestaltet. Dies geschah durch Schüler der Fachschule für Gartenbau. Die Gärten mit ihren Pavillons dienten der Präsentation von Ausbildungsmöglichkeiten im Gartenbau in den verschiedenen Ausstellerländern. Die Grundstruktur des Geländes blieb bestehen und wurde mit anderem Inhalt belegt.

Im Jahr 1962 wurde unter der gestalterischen und baulichen Leitung von Walter Funcke mit dem Umbau des Geländes in einen Schau- und Sichtungsgarten begonnen. Walter Funcke hatte bereits im Bereich der Staudenschau an der Wasserachse die Planungen übernommen. Die Pflanzplanung übernahm Hermann Göritz. Ausschlaggebend war dabei die von Karl Foerster zu dieser Zeit besonders propagierte Idee des Schau- und Sichtungsgartens. Walter Funcke und Hermann Göritz gehörten mit zum Bornimer Kreis – eine Gemeinschaft bekannter Musiker, Maler, Dichter, Bildhauer, Architekten, Gärtner und Wissenschaftler.