BUGA-Gelände Petersberg

Tradition und Geschichte auf der blühenden Stadtfestung

Gärtnerische Zeitgeschichte vor historischer Kulisse - der zweite Standort der Bundesgartenschau ist der Petersberg. Über den Dächern der Altstadt thront er mit seiner Festung. Die Zitadelle zählt zu den größten und besterhaltenen Stadtfestungen Europas – zur BUGA steht sie in voller Blüte. 

Hier wachsen Thüringer Zwerg, Puffbohne, Erfurter Riese und der einst fast unbezahlbare Waid. Eine Zeitreise durch die Gartenepochen zu Füßen der gewaltigen Peterskirche. Thüringens Geschichte spüren, Thüringer Köstlichkeiten genießen, Thüringens Vielfalt entdecken. In Anlehnung an die Historie des Petersbergs gibt ein mittelalterlicher Küchengarten Einblick in den Wissensschatz der Nonnen und Mönche zu Heilpflanzen, Kräutern und Küchengewächsen. Die Tradition der Erfurter Gartenbaukultur wird im Festungsgraben auf ganz besondere Weise gefeiert – einzigartige historische Gemüse- und Blumenzüchtungen verwandeln den Veranstaltungsort in die "Erfurter Gartenschätze“. Dazu werden althergebrachte Färber-, Kräuter- und Arzneipflanzen sowie klassische Obst- und Blühpflanzen gezeigt.

Es blüht und grünt an allen Ecken

Wo einst Kelten und Germanen siedelten, Mönche wandelten und Soldaten exerzierten, werden zur Bundesgartenschau Besucher/-innen durch opulente Gartenschaubeete schlendern. Ein leuchtendes Blumenmeer, kunstvoll gepflanzte Ornamente, dekorative Hecken, weitläufig wogende Gräser. Im Hintergrund das Plätschern eines Wasserspiels, rhythmische Schritte einzelner Tänzer zu den klassischen Klängen eines Streichquartetts. Daneben spielende Kinder zwischen historischen Mauern und einer sich ergießenden Rosenpracht. An einer langen Tafel kommen Menschen unterschiedlicher Kulturen ins Gespräch. Es duftet nach Sommer und Blumen - zur BUGA Erfurt 2021 erblüht das obere Plateau der Zitadelle Petersberg und wird auf einzigartige Weise erlebbar gemacht.

Thüringer Gartenkunst erleben

Mit den Epochen Renaissance, Barock und auch später im Landschaftsgarten wurde in Deutschland die Idee geprägt, den Garten als Kunstwerk zu betrachten. Bedeutende Gartenanlagen und herrschaftliche Parks dieser Epochen sind auch thüringenweit vertreten und in einem einzigartigen Gartennetzwerk, den BUGA-Außenstandorten, zusammengefasst. Die „Zeitreise durch die Gartenepochen“ würdigt die Thüringer Gartenkunst und zeigt die historischen Stile nebeneinander und ineinander verwoben: Rabatten und kunstvoll beschnittene Gehölze, ornamentale Pflanzungen, üppige Beete aber auch zurückhaltende Farbigkeit und idealisierte Natürlichkeit. 

"Lost Place" neu entdeckt

Aus dem Ausstellungsbeitrag "Zeitreise durch die Gartenepochen" heraus führt ein waidblaues Band, eine 4 m hohe und 150 m lange Rauminstallation, die Besucher/-innen direkt in die Landespräsentation des Freistaats Thüringen. Diese befindet sich in der Defensionskaserne. Das 167 Meter lange Gebäude, einst Artilleriestellung und seit Jahrzehnten leer stehend, wird zur BUGA erstmals wieder geöffnet. Hier laden schattige Plätze zum Genießen über den Dächern der Altstadt ein. Daneben entsteht ein Thüringer Hofladen mit Kostproben der Thüringer Küche sowie heimischer Handwerkskunst. Im Kreativraum für künstlerische Projekte treffen sich Künstler verschiedener Kulturkreise zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch.

Festungsgraben im Gartenbau-Flair

Die Tradition der Erfurter Gartenbaukultur wird im Festungsgraben mit ungewöhnlichen Gestaltungselementen gefeiert. Auf der Rutsche vorbei an Tausenden von Blüten oder zu Fuß durch ein buntes Blumenmeer - die "Erfurter Gartenschätze". Hingucker in dieser Farben- und Pflanzenpracht sind bekannte Gemüsesorten, die sich unter anderen in Erfurts Gartenbaugeschichte als Erfolgsmodelle erwiesen haben, althergebrachte Färber-, Kräuter- und Arzneipflanzen sowie klassische Blühpflanzen. Erfurter Originale, historische Pflanzen- und Gemüsesorten, heimische Züchtungen – der Ausstellungsbeitrag im Festungsgraben der barocken Petersberg Zitadelle ist nicht nur einmalig, sondern in dieser Form bei einer Bundesgartenschau noch nie dagewesen - ein ganz besonderer Erfurter Gartenschatz eben.

Neuer Mittelpunkt 

Ein mittelalterlicher Küchengarten voll aromatischer Kräuter und duftender Heilpflanzen erinnert an das Kloster, das einst auf dem Petersberg thronte und durch die Jahrhunderte der militärischen Nutzung teils zerstört wurde. Übrig blieb die Peterskirche – zur Bundesgartenschau saniert, restauriert und durch eine Ausstellung der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten zum Thema „Paradiesgärten – Gartenparadiese“ wieder erlebbar gemacht. Rund um die Peterskirche werden für Besucher/-innen vielfältige Begegnungsorte geschaffen. Ein Tanzboden vor dem romanischen Bau lädt ein zu gemeinsamen Abenden mit Musik und Tanz. An der interkulturellen Tafel finden Religionen und verschiedene Kulturen Platz für Gespräche und Austausch. Wöchentliche Andachten werden im Pavillon der Evangelischen und Katholischen Kirche gehalten. Das Rosenwunder der Heiligen Elisabeth erinnert an die Legende der Thüringer Landespatronin. Im Spielbereich Grabungsfeld blühen Kinderherzen auf. Denn hier ist Spielplatz nicht nur Spielplatz, sondern auch Grabungsstätte und archäologische Fundgrube.

Blumenpracht im egapark und auf dem Petersberg 

Zwei Flächen, jede Menge Erlebnisse. Gärten zum Staunen, zum Nachmachen, zum Lernen, zur Inspiration. Einfach entspannen, einfach bewundern, einfach erfreuen. In den zahlreichen Themengärten dreht sich alles immer um einen Schwerpunkt: Küchengarten, der Garten für Kinder, pflegeleichte Gärten, Naturgärten, Gärten der Epoche und noch viel mehr. Die unterschiedlichen Schaugärten machen den Artenreichtum erlebbar: Irisgarten, Rosengarten, Liliengarten, Karl-Foerster Garten oder die Erfurter Gartenschätze mit einzigartigen Züchtungen von Gemüse und Blumen aus den vergangenen 200 Jahren. Insgesamt entstehen zur BUGA Erfurt 2021 im egapark und auf dem Petersberg mehr als 30 verschiedene Themen- und Schaugärten.