Historie

Gartenbau und Leistungsschauen in der Landeshauptstadt Erfurt

Die Erfurter wussten schon im Mittelalter das milde Klima und den fruchtbaren Boden ihrer Heimat zu nutzen. Durch den Anbau der Waidpflanze, auch "das goldene Vlies Thüringens" genannt, und den dadurch blühenden Handel, gelangte die Stadt im 13. und 14. Jahrhundert zu Ansehen und Wohlstand.

Was im Mittelalter mit dem Waidanbau und -handel begann, zog sich weiter durch die Geschichte Erfurts. Schon Luther bezeichnete die Erfurter als "des Heiligen Römischen Reiches Gärtner". Mit der Begründung des Erwerbsgartenbaus durch Christian Reichart im 18. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zu einem Zentrum des Gartenbaus.
Ab dem 19. Jahrhundert folgten die Zucht und der Handel mit Blumen- und Gemüsesamen. Zahlreiche Gartenbaubetriebe wie E. Benary, J. C. Schmidt, Haage & Schmidt, Franz Anton Haage, F. C. Heinemann oder N. L. Chrestensen transportierten den sympathischen Beinamen Erfurts – „Garten- und Blumenstadt“ – mit ihrer fortschrittlichen Saatzucht in die Welt.

Die erste Erfurter Gartenbauausstellung fand 1838 im „Vogelsgarten“ (heute „Stadtgarten“) statt. Die „1. Internationale Land- und Gartenbauausstellung“ von Produkten des Land- und Gartenbaus erfolgte im September 1865 in Vogels- und Hellings Garten („Stadtgarten“ und Theater). Sie fand in Verbindung mit dem 2. Kongress deutscher Gärtner, Botaniker und Gartenfreunde statt und lockte rund 30.000 Besucher und fast 400 Aussteller aus aller Welt nach Erfurt.

1950 ist ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Erfurter Gartenbauausstellungen: Mehr als 550.000 Besucher aus nah und fern besuchten die Gartenschau "Erfurt blüht“ auf einer Fläche von 35 ha rund um die Cyriaksburg. Auf Grund des Erfolges dieser Gartenschau und auf Wunsch der Erfurter Bevölkerung beschloss der Rat der Stadt, dieses schöne Gelände als "Dauer-, Lehr- und Blumenschau" zu unterhalten, das 1953 in "Kulturpark" umbenannt wurde.

Im Jahr 1955 legte die Samenexport- und Gartenbauausstellung schließlich den Grundstein für die iga Erfurt. 1961 wurde der Garten- und Landschaftspark als Internationale Gartenbauausstellung (iga) eröffnet. Die iga entstand nach Entwürfen des bekannten Landschaftsarchitekten Reinhold Lingner.
Die politische Wende 1989 brachte auch für die iga den Umbruch. Viele engagierte Bürgerinnen und Bürger setzten sich für die Rettung "ihrer" iga ein, die nach 1990 zunächst im Eigentum des Landes stand. Trotz einer hohen emotionalen Bindung und starken Identifikation der Bevölkerung mit der iga bestand aufgrund der neuen ökonomischen Rahmenbedingungen ein enormer Handlungsbedarf. Schließlich wurde eine Dreiteilung der Fläche in egapark, mdr-Landesfunkhaus und Messe vorgenommen, wodurch die Kernflächen in städtisches Eigentum und damit zunächst in eine gesicherte Zukunft überführt werden konnten. 1995 wurde die iga zur ega und später zum egapark Erfurt. 2021 wird der egapark neben dem Petersberg und dem Nordpark die wichtigste Ausstellungsfläche der Bundesgartenschau sein.